Geschichte der Ortsgruppe S.1

Geschichte der Ortsgruppe Meiningen

 
Es ist leider nicht gelungen einen lückenlosen Abriss zu erbringen, vor allem deshalb, weil kaum noch Angaben aus den Vorkriegsjahren vorhanden sind.
1921 ist aber mit Sicherheit die OG Meiningen gegründet worden. Dies bestätigt eine Zeitungsannonce, die im Meininger Tageblatt am 07.12.1921, erschienen ist. Leider ist die Gründungsurkunde sowie verbindliche Aufzeichnungen aus der Nachfolgezeit in den Kriegsjahren verloren gegangen.
Erst ab der Nachkriegszeit kann die geschichtliche Entwicklung der Ortgruppe Meiningen nachvollzogen werden.
Gerade in diesen Jahren formierte sich der Meininger Hundesport neu und versuchte die Auswirkungen des Krieges zu überwinden.
1949 schlossen sich die interessierten Hundefreunde des Kreisgebietes aus Anlass der
1. Südthüringer Sonderschau für Deutsche Schäferhunde zu einer OG zusammen. Das Protokoll der Wiedergründung des Schäferhundverbandes Meiningen weist 84 Mitglieder aus.
Als erster Vorsitzender nach dem Kriege wurde der Sportfreund Cuno Werner gewählt.
Bereits Anfang der 50er Jahre gründeten sich weitere OG wie Z.B. Wasungen, Römhild, Kaltensundheim, Themar u.a.
Auch andere Rassen meldeten ihre Rechte an, was letztlich zur Bildung der RAW- Gruppe, Theater- Gruppe und Volkshaus- Gruppe führte.
Die RAW- Gruppe bestehend aus reinen Schäferhundfreunden stellte die stärkste Gruppe.
Mit der Eingliederung des Hundesports in die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) im Jahre 1953 wurden die Meininger Sportfreunde und damit auch die unterschiedlichsten Rassen in einer Grundorganisation (GO) zusammengeführt.
Wie alle organisationsmäßigen Veränderungen brachte die Zusammenlegung, verbunden mit unterschiedlichen Auffassungen der Mitglieder einen Rückgang der Mitgliederstärke. Hinzu kam, dass sich die propagierten, günstigeren Bedingungen für den Hundesport insgesamt nicht erfüllten.
1961 gründete sich die Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen (SDG) als selbständige Organisation. Durch abermalige Abmeldungen zählte der Meininger Hundesport noch ganze 26 Mitglieder.
Trotzdem und ungeachtet einiger Rückschläge nahm die GO Meiningen in den nachfolgenden Jahren eine beispielhafte Entwicklung.
Mit dem Aufkauf von Hunden aus vielversprechenden Zuchtlinien schuf  die GO die Grundlage für eine erfolgreiche Zucht. Sie verfügte binnen kurzer Zeit über einen beachtlichen Bestand an schönen Hunden, die auf Bezirks- und DDR- Schauen hervorragend abschnitten. Wir erinnern dabei an Spitzentiere wie:
  • ·         Pierott aus dem Völkerstamm (DDR- Siegerschau JHK sg2) 
  • ·         Alfa von der Hunnenburg (mit V bewertet)
          
  • ·  Gero vom Lütschetal ( DDR- Siegerschau JHK sg2)
          
  • ·         Cay vom Landsberg (Thüringer Sonderschau GHK V3)
          
Leider konnte dieser recht hohe züchterische Stand auf der anatomischen Seite auf die Dauer nicht gehalten werden.
Mit der Entwicklung des Leistungssportes in der GO trat die Schönheitszucht immer mehr in den Hintergrund, die Leistungssportler brauchten belastbare, arbeitsfreudige, temperamentvolle Hunde. Wenn auch von den Züchtern die anatomische Seite nicht außer Acht gelassen und auch Hunde zu Schauen vorgeführt wurden, Spitzenschönheit und Spitzenleistung war dennoch nicht unter einen Hut zu bringen.
In den Zwingern „aus dem Sodestamm“, „von der Rohrer Stirn“ und „vom Landsberg“ wurde in erster Linie mit überdurchschnittlich arbeitsveranlagten Hunden gezüchtet. Die Erfolge bestätigten unser Zuchtziel, weit über 10 Jahre nahmen Hunde aus unseren Zwingern erfolgreich an DDR- und DDR-Jugendmeisterschaften teil. Bei einem Durchschnitt von 3-4 Würfen pro Jahr. Wobei der Zwinger „vom Weingartental“ später das Zuchtergebnis aufbesserte.
Ab 1970 gewann der Wettkampfsport in der GO mehr und mehr an Bedeutung. Die Ausrichtung von Veranstaltungen wie die Bezirksmeisterschaft 1964 und der Länderkampf DDR / CSSR 1965 durch die Meininger gaben den entsprechenden Auftrieb.
Verbissen kämpfte Dieter Breitung mit Akbar aus dem Sodestamm, um an das für uns sehr hohe Leistungsniveau des Bezirkes Suhl heranzukommen, was ihm letztlich auch mit einigen recht guten Ergebnissen gelang.
Weitere junge, gut veranlagte Hunde schlossen auf. Wenn auch langsam und nicht ohne Rückschläge rückten sie der Bezirkspitze Stück für Stück auf den Leib.
1971
war unser Ziel erreicht. Dieter Zickler wurde mit seinem selbst gezüchteten Deutschen Schäferhund Alk vom Landsberg Bezirksmeister und belegte bei seiner ersten DDR- Meisterschaftsteilnahme den 5. Platz.
Dieter Breitung  mit Iras vom Dietrichseck belegte vordere Plätze bei Bezirksmeisterschaften, schaffte mehrfach die Qualifikation zu den DDR-Meisterschaften und trug 1975 maßgeblich zum Gewinn des DDR-Mannschaftsmeistertitels durch den Bezirk Suhl bei.
Wir kämpften fortan nicht mehr darum den Anschluss zu halten, sondern bestimmten im entscheidenden Maße das Leistungsniveau auf DDR- Ebene.
Mit vorzüglichen Leistungen sorgte
Alk vom Landsberg dafür, dass der Bezirksmeistertitel 3mal (1971, 1972, 1974) und der DDR- Meistertitel 3mal (1972, 1973, 1974) hintereinander nach Meiningen ging. Darüber hinaus war er mehrfach Einzelsieger bei Vergleichskämpfen Bezirk Suhl gegen Bezirk Budweis.
Seine beständigen Leistungen trugen auch dazu bei, dass die Bezirksmannschaft Suhl 4 Jahre lang DDR- Mannschaftsmeister wurde.
Die Erfolge im Erwachsenenbereich verfehlten ihre Wirkung auf die Jugendlichen nicht. Die Jugendgruppe begann sich zu stabilisieren. Innerhalb kurzer Zeit zählte sie über 10, zum Teil sehr talentierte Jugendliche, mit denen eine äußerst fruchtbringende Arbeit möglich wurde.
Bei ihrer ersten Teilnahme zur DDR- Jugendmeisterschaft 1976 in Brotterode erkämpfte Matthias Härtrich und Ellen Zickler (jetzt Ritze) souverän den DDR- Jugend- und Vizemeistertitel in der SchH 1.
Überhaupt war das der Beginn einer beachtlichen Erfolgsserie der Meininger Jugendlichen.
Matthias Härtrich  wurde bei seinem dritten und letzten Start in der Jugendgruppe 1977 mit dem DS- Rüden Dux vom Landsberg noch einmal DDR- Vizemeister in der SchH 3. Er errang später im Kreise der Erwachsenen den Bezirksmeistertitel und belegte mit gleichem Hund im DDR- Maßstab den 4. Platz. Bei den Meisterschaften hoch favorisiert ging er jedoch als Pechvogel in die Geschichte des Hundesports ein.
Ein weiteres stabiles Element der Jugendmannschaft bildete
Ellen Zickler (jetzt Ritze) mit Distel vom Landsberg. Sie Platzierte sich wie folgt:
 4 mal DDR- Jugendmeister 
(2 mal SchH 2, 2 mal SchH 3)
 2 mal DDR- Vizemeister 
(1 mal SchH 1, 1mal SchH 2)               
          1 mal belegte sie Platz 3 (SchH 3)
Wer die Breite und die Qualität der Jugendarbeit auch nur annähern darstellen will, der muss einfach an damalige Jugendliche erinnern wie:
Christa Vogel                    mit Daysie v.d. Hamshütte         Bezirksjugendmeister
                Ina Hilpert                        mit Astor a.d. Sodestamm          Bezirksjugendmeister
                Wolfgang Heß                  mit Ingo v.d. Rohrer Stirn           4. Platz DDR- Jugendmeisterschaft
                Matthias Heß                    mit Falk v.d. kleinen Geba         10. Platz DDR- Jugendmeisterschaft
                Frank Schumacher           mit Jonny v. Haus Marthold       Bezirksjugendmeister
                                                                                                            5.+8. Platz DDR- Jugendmeisterschaft
                Sabine Schumacher         mit Jonny v. Haus Marthold        2.+3. Platz DDR- Jugendmeisterschaft
                Uwe Klein                         mit Dasko v. Sandlaßhof             6. Platz DDR- Jugendmeisterschaft
                Peggy Fritsch                  mit Verri v.d. Rohrer Stirn           DDR- Jugendmeister SchH 2
Zeitweilig wurde die komplette Bezirksjugendmannschaft von der GO Meiningen gestellt.

Im Jahre 1979 traten bei den Erwachsenen neue Sportfreunde auf die Bühne des Leistungsportes. Die Hoffnungen lagen nun auf Felicitas Härtrich mit Eike und Held vom Landsberg sowie ab 1983 Winfried Hörschelmann mit Pascha von der Rohrer Stirn.
Auch sie schlugen sich beachtlich. Felicitas Härtrich schaffte 3 mal (1982, 1983, 1984) die Qualifikation zur DDR- Meisterschaft und Winfried Hörschelmann wurde 2 mal (1984, 1985) Bezirksmeister. Bei seinen 4 DDR- Meisterschaftstarts belegte er Platz 4, 6 und weitere gute Plätze. Er war auch maßgeblich an der Erringung des Mannschaftsmeistertitels beteiligt.
Anfang der 80er Jahre kamen im DDR- Leistungsbereich andere Rassen stark auf. War bis zu diesem Zeitpunkt der Schäferhund dominierend, so machten jetzt  Riesenschnauzer und Rottweiler immer stärker von sich reden. Begünstigt auch dadurch weil das Gros der Schäferhunde den  Anforderungen des Leistungssportes hinsichtlich der Härte nicht im erforderlichen Maße gewachsen war.
Das hatte natürlich auch seine Auswirkungen auf die GO Meiningen. Einige namhafte Sportfreunde versuchten ihr Glück mit anderen Rassen.
Matthias Härtrich sah man von nun an mit dem überaus veranlagten Riesenschnauzer Nick v. Werraeck. Er setzte sich bei seinen 2 Bezirks- und DDR- Meisterschaftsteilnahmen (1988, 1989) an die Spitze der besten Leistungssportler und gab auch beim Länderkampf der Freundschaft (CSSR, Ungarn, Polen, DDR) im Jahre 1989 dem weiteren Teilnehmerfeld das Nachsehen.
Nach 1986 erfuhr die GO ein nochmaliger Leistungsschub. Wir verfügten über einen ansprechenden Kreis von erfahrenen Ausbildern und Helfern die eine äußerst effektive Ausbildung ermöglichten.
Neue Methoden, zugeschnitten auf die einzelnen Hunde wurden erdacht und erprobt. Die Einzelergebnisse waren dann auch dementsprechend.
Neben Matthias Härtrich startete Winfried Hörschelmann mit 2 Hunden recht erfolgreich, Dieter Zickler wurde 1987 mit Otty vom Landsberg DDR- Vizemeister und belegte 1988 Platz3.
Thomas Weiß mit Unkas von der Rohrer Stirn sowie Jens Ritze mit der Rottweilerhündin Carmen von der Drakestraße waren mehrfache Teilnehmer an Bezirksmeisterschaften.
Soviel zur Leistungsentwicklung in der GO.  Näheres ist aus den Ehrenlisten zu ersehen.
Darüber hinaus haben wir zahlreiche Veranstaltungen ausgerichtet wie z.B. Nachzuchtbeurteilungen und Körungen, eine allgemeine Rassehundeausstellung, Kreis- und Bezirksmeisterschaften, Jugendmeisterschaften sowie Vergleichskämpfe der Bezirke Suhl und Budweis usw. und wir können  sagen, dass die OG auch hier aktiv in Erscheinung getreten ist.
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